Tierhalterhaftpflichtversicherung – Ist sie wirklich nötig?

Das hat er noch nie gemacht! Mit diesem Satz fängt das Dilemma an. Auch der artigste Hund kann beißen. Dafür gibt es die Tierhalterhaftpflichtversicherung.

Freitags gehen wir meist zum Griechen. Das hat bei meinem Mann und mir seit zwanzig Jahren Tradition. Zum einen lieben wir die griechische Küche, zum anderen können wir hier bei einem Gläschen Wein herrlich über die vergangene Arbeitswoche sprechen und das Wochenende einläuten. Schon der vier Kilometer lange Fußweg dorthin, vorbei an hübschen Einfamilienhäusern, gehört zu unserem kleinen Ritual dazu.

jetzt vergleichen

Tiere sind nicht berechenbar

Letzten Freitag jedoch war alles anders. Wir wurden von einem Hund angefallen. Einem großen, schweren Boxermischling. Auf Höhe der ersten Einfamilienhäuser stellte er sich uns in den Weg – ohne Leine, weit und breit kein Halter in Sicht. Als wir ihm ausweichen wollten, sprang er los. Meinem Mann gelang es ihn abzuwehren. Ich hatte weniger Glück. Er biss gleich zweimal zu. Vor Schreck war ich wie erstarrt. Inzwischen war auch endlich der Besitzer aufgetaucht. „Das hat er noch nie gemacht“, rief er entsetzt den klassischen Satz. Mag sein. Doch Tiere sind eben unberechenbar.

Eigene Haftpflicht reicht nicht

Wie sich herausstellte, hatte der Mann keine Haftpflichtversicherung für seinen Hund. Er dachte, dieser wäre durch seine private Haftpflichtversicherung mit abgedeckt. Ein Irrtum, wie sich schnell herausstellte. Die eigene Haftpflicht kommt nur für Schäden durch Kleintiere wie Katzen, Meerschweinchen oder Vögel auf. Für größere Tiere ist eine Tierhalterhaftpflichtversicherung erforderlich, wenn man im Ernstfall nicht auf den Kosten sitzen bleiben will. In einigen Bundesländern ist sie sinnvollerweise bereits als Schutz für Tierhalter und Betroffene Pflicht.

Finanzielles Risiko ohne Tierhalterhaftpflichtversicherung

In unserem Bundesland gab es jedoch keine Versicherungspflicht. So blieben alle Kosten für meine ärztliche Behandlung und die beschädigte Kleidung an dem Halter des Boxermischlings hängen. Glücklicherweise zeigte er sich einsichtig und kooperativ. Er ersetzte umgehend alle Schäden, die sein Hund verursacht hatte. Ich verzichtete deshalb auf ein zivilrechtliches Verfahren. Dafür war er dankbar. Wie er uns später erzählte, schloss er anschließend umgehend eine Tierhalterhaftpflichtversicherung ab. Ihm war bewusst, dass er noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen war. Im Falle eines Prozesses und ernsthafterer Verletzungen hätten die Kosten für ihn schnell unüberschaubar werden können. Alleine ein verletzungsbedingter Aufenthalt im Krankenhaus mit Operationen, dazu noch Schmerzensgeld in nicht unerheblicher Höhe und Gerichtsgebühren hätte ihn ohne weiteres in den finanziellen Ruin treiben können.

Erschwingliche Beitragssätze

Hundebesitzer sollten deshalb kein finanzielles Risiko eingehen und lieber eine Tierhalterhaftpflichtversicherung abschließen. Die Beiträge dafür sind durchaus erschwinglich. In einem Vergleichsportal kann man sich unter einer Vielzahl von Anbietern das für sein Tier passende heraussuchen. Denn schließlich weiß man nie, ob aus einem „hat er noch nie gemacht“ eventuell doch ein erstes Mal wird.