Schlaganfall in Folge von Bluthochdruck

Ein zu hoher Blutdruck kann langfristig nicht nur das Herz-Kreislaufsystem schädigen. Neben der Gefahr eines Herzinfarktes kann Hypertonie ein weiteres lebensbedrohliches Risiko bergen. Auch ein Schlaganfall kann die Folge von zu hohem Blutdruck sein.

Während bei einem Herzinfarkt die Blutversorgung der Herzkranzgefäße betroffen ist, ist ein Schlaganfall auf eine Störung der Blutversorgung im Gehirn zurückzuführen. Das kann entweder durch eine verminderte Durchblutung des Gehirns oder durch eine Hirnblutung ausgelöst werden. Im ersten Fall spricht man deswegen auch von Hirninfarkt oder ischämischem Schlaganfall.

Mit etwa 200.000 Fällen kommt ein Hirninfarkt in Deutschland fast so häufig vor wie ein Herzinfarkt. Betroffen sind vorwiegend Menschen im hohen Alter ab 75 Jahren. Doch selbst wenn gut die Hälfte aller Betroffenen alt sind, heißt das nicht, dass jüngere Menschen keinen Schlaganfall erleiden können. Im Gegenteil. So wie zunehmend Herzinfarkte auch bei jungen Menschen auftreten, zeichnet sich auch ein vergleichbares Bild beim Schlaganfall ab.

Das ist wenig verwunderlich, denn auch für den Schlaganfall gilt: Eine der Hauptursachen für diesen lebensbedrohlichen Zustand ist oft ein jahrelanger unentdeckter bzw. unbehandelter Bluthochdruck.

Typische Symptome beim Schlaganfall

Im Gegensatz zum Herzinfarkt sind die Symptome bei einem Schlaganfall oft nicht so eindeutig zu erkennen. Leider – und das ist das Tückische – erst recht nicht vom Betroffenen selber. So bleiben viele Schlaganfälle unerkannt, vor allem leichtere, die sogenannten Mini-Schlaganfälle.

Das wäre nicht so extrem tragisch, wenn durch einen Mini-Schlaganfall nicht auch die Lebenserwartung deutlich gesenkt würde. Zwar zeigen sich hier oft ähnliche Symptome wie bei einem echten Schlaganfall, doch verschwinden diese nach einigen Stunden fast wieder vollständig. Nur, um danach wieder deutlich stärker zurückzukehren und dann zu bleiben. Mini-Schlaganfälle sind meist die Vorboten von echten Schlaganfällen. Zwischen beiden liegen oft wenige Tage oder sogar nur Stunden.

Schlaganfälle gehen häufig mit Sehstörungen einher. Darüber hinaus können Schwindelgefühle und Gleichgewichtsstörungen, aber auch Erbrechen oder Taubheitsgefühle oder gar Lähmungserscheinungen auftreten. Betroffene wirken abwesend oder verwirrt und können sich sehr häufig nur undeutlich artikulieren oder „nuscheln“. Neben Sprachfindungsstörungen treten manchmal auch starke Kopfschmerzen auf.

Das Tückische dabei ist, dass Betroffene selbst oft nicht realisieren, dass sie einen Schlaganfall erlitten haben könnten. Für eine außenstehende Person sind die Symptome viel eindeutiger. Sie kann überdies durch einen einfachen Test schnell herausfinden, ob ihr Gegenüber einen Schlaganfall erlitten haben könnte.

Bei Verdacht auf Schlaganfall sofort handeln

Da bei einem Hirninfarkt meist sowohl die Gesichtszüge als auch motorische und sprachliche Fähigkeiten eingeschränkt sind, zielt der Test genau darauf ab. Ist der Betroffene nicht mehr oder nur eingeschränkt in der Lage zu lächeln, die Arme zu heben oder einfache Sätze zu bilden, gilt höchste Alarmstufe. Selbst wenn nur eine dieser leichten Aufgaben misslingt, sollten Sie umgehend handeln. Rufen Sie sofort den Notarzt! Wie auch beim Herzinfarkt zählt jetzt jede Sekunde!

Bereits im Rettungswagen können Sofortmaßnahmen eingeleitet werden, um die Durchblutungsstörung im Gehirn zu beseitigen. Im Krankenhaus wird dann der Verdacht mit Hilfe einer Computertomographie, Magnetresonanztomographie und weiteren diagnostischen Verfahren abgeklärt.

Ein Schlaganfall wird hauptsächlich durch Arteriosklerose bzw. Arterienverkalkung verursacht. Diese führt zu einer eingeschränkten Durchblutung des Gehirns. Arteriosklerose ist ein Prozess, der sich meistens über viele Jahre erstreckt. Er wird beschleunigt und letztlich auch verursacht durch zu viel Cholesterin, das sich verbindet mit Blutzellen, Salzen und anderen Blutbestandteilen und wie ein Pfropf Blutgefäße teilweise oder ganz verschließen kann.

Zu hoher Blutdruck kann Teile davon lösen und mitreißen. Diese kleinen Blutgerinnsel können dann feine Kapillargefäße im Gehirn verstopfen und so einen Hirninfarkt auslösen.

Wie auch beim Herzinfarkt kommt ein Schlaganfall selten völlig überraschend. Ein Vorbote kann ebenfalls langjähriger (unbehandelter) Bluthochdruck sein.

„Endlich im Griff: Bluthochdruck“ als Buch

Die kompletten Informationen zu diesem Thema sind auch als Buch erschienen. Es ist als Softcover und als E-Book erhältlich.