Bluthochdruck / Hypertonie – was ist das eigentlich?

Sehen, hören, riechen, schmecken, fühlen … Leider hat der Mensch keinen Sinn für Blutdruck. Den „Silent Killer“ Hypertonie spürt man anfangs kaum. Eben das macht ihn so gefährlich.

Hypertonie? Ich doch nicht!

Blutdruck lässt sich heutzutage schnell und einfach messen – auch von Laien bequem zu Hause. Einfache Blutdruckmessgeräte gibt es bereits für weniger als 20 Euro. Dennoch kennen nur die wenigsten Menschen in Deutschland ihren Blutdruck – zumindest von denen, die noch nicht eine entsprechende Diagnose von ihrem Arzt erhalten haben. Und selbst diese Kategorie misst nicht regelmäßig, misst falsch oder kennt die (aktuellen) Normwerte nicht. Männer sind in dieser Hinsicht übrigens noch unwissender als Frauen. Bei Ehepaaren kommt es sogar vor, dass die Frau als „Verantwortliche für Gesundheit, Essen und Medikamente“ den Blutdruck ihres Mannes besser kennt als der Mann selbst. Hypertonie ist für den Mann oftmals einfach „kein Thema“. Das mag auch daran liegen, dass sich viele Männer für fitter und sportlicher halten als sie es vielleicht sind.

Die Werte für Bluthochdruck haben sich in den letzten Jahrzehnten immer mal wieder verändert. Das führte zu reichlich Verwirrung bei den Patienten und wohl auch bei einigen Ärzten. So trifft man gerade bei Älteren immer wieder auf die Haltung, dass im Alter der Blutdruck höher sein darf. Aber das ist falsch. Es gibt keinen gesunden Bluthochdruck.

Warum Hypertonie so gefährlich ist

Doch warum ist ein normaler Blutdruck eigentlich so wichtig und Hypertonie so gefährlich?

Ganz allgemein versteht man unter Blutdruck jene Kraft, die das fließende Blut auf die Wände der Arterien ausübt. Spricht man von Blutdruck ist also meistens der arterielle gemeint. Der Druck des arteriellen Gefäßsystems fällt also zu hoch aus.

Wer von seinem Arzt die Diagnose arterielle Hypertonie erhält, hat verständlicherweise viele Fragen. Doch wer auf mehr hofft, wird oft enttäuscht. Denn bei etwa 95 Prozent aller Patienten mit der Diagnose Bluthochdruck handelt es sich um eine sogenannte primäre oder essentielle Hypertonie. Klingt nach mehr, bedeutet aber eher wenig. Konkret heißt dies, dass die Ursachen für den zu hohen Blutdruck nicht genau bestimmt werden können. Anders als bei der sekundären Hypertonie, die durch Erkrankungen der Nieren, des Herzens oder Hormonstörungen verursacht werden können.

Wir werden später noch genauer darauf eingehen, dass es sehr wohl Ursachen für eine primäre Hypertonie geben kann. Zunächst einmal bedeutet es nur, dass eben kein krankes Organ für den Bluthochdruck ausgemacht werden kann. Es bedeutet aber keinesfalls, dass der Patient sich hilflos in sein Schicksal ergeben und bis an sein Lebensende blutdrucksenkende Medikamente einnehmen muss.

Hat doch schließlich jeder!?

Allerdings bedeutet es auch nicht, dass man Bluthochdruck unbehandelt akzeptieren darf. Eine Einstellung „Hat-doch-schließlich-jeder“ ist fatal. Denn unstrittig ist heute, dass mit Bluthochdruck schwerwiegende Probleme für die Gesundheit, insbesondere Herz-Kreislauferkrankungen wie Herzinfarkte, Schlaganfälle und Arteriosklerose einhergehen. Diese verursachen deutschlandweit die meisten Todesfälle. Hierzulande stirbt jeder zweite Mensch an den Folgen einer Herz-Kreislauf-Erkrankung.

Um diesen vorzubeugen ist entscheidend, dass Sie Hypertonie früh genug erkennen, um so irreparable Schäden zu vermeiden. Denn, ist der Druck im Inneren der Gefäße zu hoch, ergeben sich nicht nur Schäden am Herzen, sondern auch an den Nieren, dem Gehirn, aber auch den Augen. Treten hier Symptome auf, kann es bereits zu spät sein.

Bei einem plötzlichen extremen Blutdruckanstieg quasi aus dem Nichts sollten Sie erwägen, den Notarzt zu rufen. Besonders gefährlich ist es immer dann, wenn der Blutdruckanstieg begleitet wird von Schmerzen im Brustbereich, Sehstörungen, Nasenbluten, Benommenheit, kaltem Schweiß oder Atemnot. Hierbei kann es sich um Vorboten für einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder andere lebensbedrohliche Erkrankungen handeln.

„Endlich im Griff: Bluthochdruck“ als Buch

Die kompletten Informationen zu diesem Thema sind auch als Buch erschienen. Es ist als Softcover und als E-Book erhältlich.