Herzinfarkt in Folge von Bluthochdruck

Bluthochdruck tötet nicht direkt, sondern vielmehr oft ohne Anzeichen, quasi lautlos. Das Tückische an dem „Silent Killer“ Bluthochdruck ist, dass er meist unbemerkt das Herz-Kreislaufsystem, ja den gesamten Organismus schädigt. Eine der schwerwiegendsten Folgen einer unbehandelten Hypertonie ist der Herzinfarkt.

Lebensgefährlicher Herzinfarkt

Trotz allem medizinischen Fortschritt ist ein Herzinfarkt lebensgefährlich. Allein in Deutschland erleiden jährlich rund 300.000 Menschen einen Infarkt. Zwar ist wegen der besseren medizinischen Versorgung die Sterblichkeitsrate bei Herzinfarkten inzwischen rückläufig. Dennoch gehört er in Deutschland immer noch zu den häufigsten Todesursachen. Damit steht Deutschland sowohl bei der Anzahl der Bluthochdruck-Patienten als auch bei der Anzahl der Herzinfarkte weit oben. Von 100.000 Menschen erleiden hierzulande rund 300 einen Herzinfarkt.

Das ist auch, aber nicht nur, eine Folge unseres Lebenswandels. So liegen die Werte in anderen Industrieländern zum Teil deutlich unter denen von Deutschland. In Japan beispielsweise liegt der Wert unterhalb von 100. Aber auch in den Mittelmeerländern, Frankreich oder der Schweiz kommen auf 100.000 Einwohner „nur“ etwa 200 Herzinfarkte.

Wohl jeder Erwachsene in Deutschland kennt jemanden persönlich oder hat von jemandem gehört, der schon einmal einen Herzinfarkt erlitten hat, womöglich sogar an den Folgen gestorben ist.

Jeder kennt den Begriff. Doch nur die wenigsten wissen, wie sich ein Herzinfarkt ankündigt, was dabei passiert oder wie er vermieden werden kann. Auch in dieser Hinsicht verdrängen wir Deutschen scheinbar lieber so lange das Problem, bis wir uns damit auseinandersetzen müssen.

Das ist eine sehr fatalistische und gleichermaßen lebensgefährliche Einstellung. Das mag auch an den unzweifelhaft vorhandenen medizinischen Fortschritten liegen. Doch meist neigen wir auch dazu, ärztlichem Knowhow und Medikamenten mehr zuzutrauen, als sie zu leisten vermögen.

Herzinfarkt: Auswirkungen und Folgen

Fakt ist, dass es bei einem Herzinfarkt aufgrund von Durchblutungsstörungen zu einem Absterben von Herzmuskelzellen kommt. Diese Zellen sind unwiederbringlich verloren und können folglich ihre Funktion nicht mehr erfüllen. Ist der Bereich der abgestorbenen Zellen zu groß oder wird die Ursache nicht schnellstens behoben, kann das Herz seine Funktion nicht mehr erfüllen. Der Mensch stirbt.

Doch selbst wenn rechtzeitig medizinische Hilfe kommt, sind die Folgen eines (überlebten) Herzinfarktes immens. Die Durchblutung und damit die Sauerstoffversorgung des Herzmuskels ist beeinträchtigt. Die Leistungsfähigkeit ebenso. Die Gefahr für weitere lebensbedrohliche Herzinfarkte und andere Herzkrankheiten steigt.

Die Durchblutungsstörung des Herzens wird dabei meist ausgelöst durch eine koronare Herzkrankheit. Aber auch andere Herzkrankheiten und Veränderungen in den Herzkranzgefäßen können die Ursache für einen Infarkt sein.

So kann eine sogenannte Herzenge, medizinisch Angina Pectoris, ebenfalls eine Vorstufe eines Herzinfarktes sein und diesen verursachen. Tatsächlich aber wird eine solche Herzenge meist verharmlost und als nicht so schlimm oder nicht zu behandelnde Alterserscheinung abgetan. Klingt ja auch nicht gerade bedrohlich.

Darüber hinaus gibt es den typischen Herzinfarkt nicht. Ein Myokardinfarkt, so die medizinisch korrekte Bezeichnung, kann an verschiedenen Stellen des Herzmuskels auftreten. Hinterwandinfarkte gehen auf Verschlüsse der rechten Herzkranzgefäße, der sogenannten Koronararterien zurück, während bei Vorderwandinfarkten entsprechend die linken Koronararterien betroffen sind ist.

Doch wer schon mal ein schematisiertes Bild eines Herzens gesehen hat, weiß, wie verzweigt das Geflecht aus Herzkranzgefäßen ist, was eine genaue Eingrenzung schwierig macht.

Typische Symptome eines Herzinfarktes

Während man seinen Blutdruck zuhause leicht selbst messen kann, lässt sich ein Herzinfarkt nicht mit Messgeräten der Hausapotheke diagnostizieren. Das bedeutet aber nicht, dass ein Infarkt ohne Symptome einhergeht.

Diese können beim Mann sogar noch eindeutiger und heftiger ausfallen als bei der Frau. Hierzu gehören vor allem starke Schmerzen in der Brust. Im oberen Brustbereich, genau hinter dem Brustbein, verspüren Betroffene sehr oft einen starken Druck. Begleitet von einem Gefühl der Enge glaubt man, eine große Last auf seinem Brustkorb zu haben. Zudem können stechende Schmerzen auftreten, die in Arme, Hals, Schulter, Bauch und Rücken ausstrahlen können. Hinzu kommt oft Todesangst, Atemnot, Übelkeit und kalter Schweiß.

Wenn Sie diese Symptome bei sich bemerken, heißt es sofort den Notruf 112 zu wählen! Äußern Sie bereits am Telefon die Vermutung, dass es sich um einen Herzinfarkt handeln könnte.

Jede Sekunde zählt

Jetzt geht es um jede Sekunde! Je schneller medizinische Hilfe eintrifft, desto größer die Überlebenschance und desto geringer die Folgeschäden. Selbst, wenn nicht alle oben genannten Symptome auftreten, sollte nicht gezögert werden, den Notarzt zu rufen. Lieber ein Fehlalarm als ein Infarkt, der nicht rechtzeitig behandelt wird.

Notärzte werden schon im Rettungswagen lebenswichtige Maßnahmen einleiten. Eine erste Diagnose kann hier bereits indirekt durch die mit einem Herzinfarkt einhergehenden Komplikationen erfolgen. Ein unregelmäßiger oder beschleunigter Puls sind solche Anzeichen wie auch etwaige Herzgeräusche. Der so diagnostizierte Anfangsverdacht wird mit Hilfe eines Elektrokardiogramms (EKG) bestätigt. Zudem können über weitere Laboruntersuchungen Enzyme und Eiweiße nachgewiesen werden, die auf einen Herzinfarkt schließen lassen.

Je weniger Zeit zwischen den ersten Symptomen und der Behandlung vergeht, desto besser. Erfolgt die Behandlung rechtzeitig kann ggf. der Verschluss der Koronararterien durch einen Herzkatheter oder eine Thrombolyse rückgängig gemacht werden.

Je nach Schwere des Infarkts und vergangener Zeit zwischen ersten Symptomen und Behandlung ist auch danach mit zum Teil schweren Beeinträchtigungen zu rechnen. Wie bei jeder Krankheit gilt auch bei lebensbedrohlichen Krankheiten wie einem Herzinfarkt: Vorsorge ist besser als Heilen!

Ein Herzinfarkt kommt selten völlig überraschend. Ein Vorbote kann langjähriger (unbehandelter) Bluthochdruck sein.

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