Haftpflichtversicherung ein Muss?

Versicherungsschutz ist im Alltag unverzichtbar. Zu den wichtigsten Versicherungen überhaupt zählt die Haftpflichtversicherung. Und das aus gutem Grund.

Ich half einer Freundin beim Umzug. Wie es meistens so ist, war am Tag des Umzugs nicht gerade großer Andrang bei ihr. Viele hatten zwar zugesagt, die meisten waren aber urplötzlich krank, dringend anderweitig beschäftigt oder einfach nicht aus dem Bett gekommen …

So mühten wir uns also zu viert mit ihren Möbeln ab. Gerade, als wir ihr schönstes Stück, eine antike Vitrine, in den Umzugswagen hievten, rutschte sie mir aus der Hand. Sie krachte auf den Boden, dicht am Kopf meiner Freundin vorbei. Sie war vor Schreck aschfahl im Gesicht. Nur gut, dass ihr nichts passiert war. Dennoch schwante mir Schlimmes, was die Vitrine betraf. Und richtig: Eine der Glastüren hatte einen Sprung.

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Haftpflichtversicherung nach der Ausbildung

Meine Freundin fing sich schnell wieder und versuchte sich selbst und mich zu beruhigen: „Macht ja nichts.“ Sie klopfte mir aufmunternd auf die Schulter. „Das zahlt doch deine Haftpflichtversicherung.“ Ich schaute sie entgeistert an, was sie offensichtlich richtig deutete: „Du hast doch eine, oder?“

Hatte ich? Ja, klar. Mir fiel ein, dass ich sie auf Drängen meiner Eltern abgeschlossen hatte. Man könne ja nie wissen, ob man nicht mal eine andere Person verletze oder fremdes Eigentum beschädige, meinten sie damals. Das stimmt. Tatsächlich zahlt eine Haftpflichtversicherung alle Schäden, die eine gesamte Familie dritten Personen verursacht. Das gilt also auch für Kinder. Sie sind generell in der Familienhaftpflichtversicherung bis zum Ende des Studiums oder der ersten Ausbildung mitversichert. Nach Ausbildungsende hatte ich deshalb gleich eine eigene Haftpflichtversicherung abgeschlossen.

Schäden an fremdem Eigentum können teuer werden

Mein Blick wanderte wieder zurück zum Sprung in der Vitrinentür. Ich nickte. „Natürlich zahlt das meine Haftpflicht. Ich habe den Schaden ja nicht vorsätzlich herbeigeführt. Schließlich habe ich die Vitrine nicht absichtlich fallen lassen!“ Auch wenn nach acht Stunden Umzug meine Arme natürlich ganz schön müde sind, dachte ich noch bei mir und hoffte, dass meine Versicherung das genauso sah.

Gleich am nächsten Tag rief ich dort an. Der Sachbearbeiter überschlug sich nicht gerade vor Freundlichkeit. Er prüfte erst einmal meinen Anspruch und letztlich regelte meine Versicherung auch den Schaden. Mir fiel ein Stein vom Herzen. Denn der Schaden belief sich auf fast 500 Euro. Damit bewegte ich mich dennoch im üblichen Rahmen. Meine Recherche im Internet ergab, dass sich die Schadenssummen meist im kleineren dreistelligen Bereich bewegen. Relativ selten, aber umso dramatischer wird es, wenn Personen verletzt werden. Wäre die Vitrine nicht nur auf den Boden geknallt, sondern hätte meine Freundin am Kopf verletzt, wären mit Operations- und Behandlungskosten schnell höhere Summen auf mich zugekommen. Ohne entsprechende Versicherung könnte das sogar zum finanziellen Ruin führen … Nur gut, dass ich eine Haftpflichtversicherung hatte.

Der Draht zum Versicherer muss stimmen

Dennoch, etwas freundlicheren Service hätte ich schon erwartet. Schließlich hatte ich die Versicherung bisher noch nie in Anspruch genommen. Ich nahm mir vor, einfach mal in einem Vergleichsportal nach einer Alternative zu suchen. Vielleicht geht es ja in Zukunft freundlicher und billiger.

Daher mein Fazit: Eine Haftpflichtversicherung sollte ein absolutes Muss sein. Wer keine hat, sollte sich schnellstens darum kümmern. Wer bereits eine hat, aber wie ich nicht ganz zufrieden damit ist, sollte prüfen, ob es nicht günstiger und besser geht. Fragen kostet schließlich nichts. Auf verschiedenen Versicherungsportalen kann man einfach und unverbindlich eine entsprechende Anfrage stellen. Nicht selten lässt sich auf diese Weise einiges sparen und außerdem viel Schlimmes vermeiden.