Einflussfaktoren und Auswirkungen auf den Blutdruck

Der Blutdruck ist von vielen Einflussfaktoren abhängig. Je nach Situation können die Werte stark schwanken. Der Blutdruck bei körperlicher Anstrengung liegt verständlicherweise über dem im Ruhezustand.

Selbstverständlich haben auch Blutdruck senkende Medikamente einen Einfluss auf den Blutdruck – sie wurden schließlich dafür entwickelt. Aber auch andere Medikamente, Nahrungs- und Genussmittel können den Blutdruck beeinflussen. Ganz zu schweigen von Alkohol oder Nikotin. Gleiches gilt ganz besonders auch für Stresssituationen. Sogar die Körperhaltung wirkt sich auf die Blutdruckwerte aus.

Ein relativ häufiges Phänomen ist auch das sogenannte „Weißkittelsyndrom“. Hierunter versteht man Blutdruck erhöhenden psychischen Stress, der dann auftritt, wenn der Arzt im weißen Kittel vor dem Patienten steht und den Blutdruck messen will. Hier kann es passieren, dass Menschen mit normalem Blutdruck ebenfalls zu hohe Werte aufweisen.

Optimale Blutdruckwerte sind also immer ein wenig relativ, es kommt immer auch auf die Bedingungen an. Es ist ganz normal, dass der Herzmuskel bei körperlichen Anstrengungen deutlich mehr Arbeit verrichten muss, als unter optimalen Ruhebedingungen. Folglich ist ein Blutdruck jenseits von 120 zu 70 nicht immer gleich ein Grund zur Besorgnis. Das betrifft sowohl höhere als auch niedrigere Werte.

Einflussfaktoren für zu niedrigen Blutdruck

Zu niedrige Blutdruckwerte bilden allerdings eher die Ausnahme. Kurioserweise ist Hypotonie, also zu niedriger Blutdruck, auch nur in Deutschland eine eigenständige Krankheit – im Land der Hypertoniker.

Zu niedriger Blutdruck betrifft eher Mädchen und junge Frauen mit geringem Körpergewicht. Er äußert sich mit Schwindelgefühlen, bis hin zu Ohnmachtsanfällen bei einem zu starken Abfall des Blutdrucks. Diese kommen aber meist nur vor, wenn der Blutdruck unter 105 zu 60 liegt.

Allerdings können auch andere Gruppen von Menschen unter einem niedrigen Blutdruck leiden. Wie bereits erwähnt, kann ein Hypertoniker einen (hohen) Blutdruck als normal empfinden und einen (durch Medikamente) gesenkten Blutdruck als zu niedrig. Genau so kann ein leicht zu niedriger Blutdruck bei einem einstigen „hoch-normalen“ Menschen Schwindelsymptome auslösen.

Ich werde später noch auf dieses Thema eingehen. Doch bereits an dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass ich ebenfalls leichte Auswirkungen eines etwas zu niedrigen Blutdrucks zu spüren bekommen habe. So habe ich durch eine konsequente Ernährungsumstellung und viel Bewegung von mindestens 10.000 Schritten täglich meinen einstigen hoch-normalen Blutdruck vom 140 zu 90 auf Werte von etwa 110 zu 60 senken können. Bei einer Messung morgens im Bett noch vor dem Aufstehen können die Werte auch schon mal leicht darunterliegen.

Wie bei der Hypertonie gilt auch bei einem zu niedrigen Blutdruck die Regel: Im Zweifelsfall immer von einem Arzt abklären lassen! Denn, hinter einem zu niedrigen Blutdruck können sich auch schwere Erkrankungen der Schilddrüse oder eine Herzschwäche verbergen.

Einflussfaktoren für zu hohen Blutdruck

Ein zu hoher Blutdruck schadet Männern wie Frauen gleichermaßen. Der Blutdruck bei Mann und Frau kann aber durchaus unterschiedlich ausfallen. So belegen aktuelle Statistiken, dass bei Erwachsenen ab 18 Jahren rund 44 Prozent der Frauen, aber etwas mehr als die Hälfte aller Männer von Bluthochdruck betroffen sind. Das könnte zum einen an Geschlechter spezifischen Hormonen bei Mann und Frau liegen. Es könnte allerdings auch auf einen unsolideren Lebenswandel zurück zu führen sein.

So ist heute unstrittig, dass sowohl Alkohol, Rauchen, Übergewicht als auch Bewegungsmangel sehr deutlich Bluthochdruck begünstigen. Auf all diesen Gebieten leben Männer meist unsolider. Statistisch gesehen rauchen Männer nicht nur mehr als Frauen, sie trinken auch viel mehr Alkohol und sterben deutlich häufiger an den Folgen des Alkoholmissbrauchs.

Geschlechterspezifische Einflussfaktoren

Darüber hinaus liegen sie auch vorn beim Übergewicht und bewegen sich weniger als Frauen. Auch hier ist das Bauchfett vor allem beim Mann deutlich gefährlicher als bei übergewichtigen Frauen, die ihr Fett eher gesünder an Hüften, Gesäß und Oberschenkeln ansetzen.

Andere biologische Einflussfaktoren, die diese Unterschiede erklären, gibt es hingegen nur wenige. Ein Effekt wird Hormonen zugesprochen. So kann eine Frau während der Schwangerschaft unter einem höheren Blutdruck leiden, der allerdings eher temporär ist und sich nach der Geburt des Kindes wieder normalisiert.

Hormonelle Schwankungen während der Pubertät sind ebenfalls Einflussfaktoren für den Blutdruck. Hormonveränderungen können verantwortlich sein für Blutdruckschwankungen oder einen zu niedrigen Blutdruck – vor allem bei Mädchen. Auch geringe Blutverluste während der Menstruation können sich auf den Blutdruck auswirken. Sind die Frauen zudem sehr schlank oder jung, kann der Blutdruck auch schon mal zu niedrig sein.

Ansonsten ist Bluthochdruck eher Geschlechter unspezifisch und steigt mit zunehmendem Alter. Ab dem Rentenalter ist hinsichtlich Bluthochdruck kein großer Unterschied mehr zwischen Mann und Frau erkennbar. Umgekehrt lässt sich aber auch sagen, dass bei einem gesunden Mann und einer gesunden Frau unterschiedlicher Blutdruck kaum vorkommt. Zudem lassen sich alle externen Faktoren von Bluthochdruck durch einen gesunden Lebenswandel beseitigen.

Doch die Realität sieht leider ganz anders aus. Gemäß WHO-Definition ist der Blutdruck zu hoch, wenn dauerhaft Werte oberhalb von 140 zu 90 erreicht werden. Das trifft nach aktuellen Statistiken durchschnittlich auf fast die Hälfte aller Deutschen zu. Wegen der zu vermutenden hohen Dunkelziffer an unentdeckten Fällen von Bluthochdruck sind diese Werte mehr als alarmierend.

Dabei ließe sich Bluthochdruck heute gut behandeln und durch gesunde Lebensweise vermeiden. So aber gehört Hypertonie neben Übergewicht, zu hohen Cholesterinwerten und Diabetes mellitus zu den vier großen Risikofaktoren für lebensbedrohliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Der Blutdruck unter sportlicher Belastung

Der Blutdruck steigt unter körperlicher Anstrengung, auch beim Sport. Das ist ganz normal. Durch körperliche Belastung müssen Herz und Kreislauf deutlich mehr Arbeit verrichten als im Ruhezustand.

Systolische Werte von 200 mmHg und mehr stellen in der Regel für einen Trainierten kein Problem dar. Doch auch beim Sport darf sich dieser selbstverständlich nur innerhalb gewisser Grenzen bewegen.

Zwar wird bei zu hohem Blutdruck sportliche Betätigung ausdrücklich empfohlen. Die positive Wirkung von Sport auf den Blutdruck ist klar belegt. Schon bei nur drei Mal in der Woche gesundem Ausdauertraining von einer guten halben Stunde, lassen sich systolische Werte um bis zu 20 mmHg und diastolische Werte um 10 mmHg senken. Zudem wird die allgemeine Leistungsfähigkeit deutlich verbessert.

Auf der anderen Seite wird durch Sport aber auch das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung erhöht. Der Blutdruck beim Sport hängt darüber hinaus auch stark von der gewählten Sportart ab.

Gesunde Ausdauersportarten

Grundsätzlich sind moderate Ausdauersportarten gesünder für das Herz-Kreislaufsystem als solche mit einem hohen Kraftanteil. Laufen, Wandern, Schwimmen, Radfahren oder auch Skilanglauf gelten als besonders geeignet, sofern extreme Anstrengungen wie hohe Steigungen oder harte Tempowechsel vermieden werden.

Für den Blutdruck und das Herz-Kreislaufsystem wird es umso kritischer, je ambitionierter trainiert wird. Wettkampfsportarten sind daher nur bedingt empfehlenswert. Gleiches gilt für Fußball, Tennis, Tischtennis und Alpin-Ski.

Richtig kritisch für Menschen mit hohem Blutdruck wird es bei Kraftsportdisziplinen wie Kampfsport oder Gewichtheben. Schwere Gewichte in Fitnessstudios sind daher nicht gerade erste Wahl, wenn es darum geht, den Blutdruck zu senken. Die sogenannte Pressatmung bei Kraftsportarten geht nämlich meist mit einer Druckerhöhung einher.

Hypertoniker, die einen Blutdruck oberhalb von 160 zu 100 haben, sollten Sport zunächst nach Möglichkeit erst einmal ganz vermeiden. Menschen mit Bluthochdruck sollten sich zudem vor Aufnahme des Sports auf jeden Fall von einem Arzt untersuchen lassen. Vor allem, wenn man älter als 40 Jahre ist oder lange keinen Sport mehr getrieben hat.

Neben der geeigneten Sportart kommt es aber auch auf die individuelle Ausgangssituation und die richtige Trainingsintensität an. Viele Menschen trainieren schlichtweg zu überambitioniert – nicht nur Sport-Neulinge und Wiedereinsteiger. Ein Arzt kann hier auf Grundlage eines Belastungs-EKGs Empfehlungen abgeben.

„Endlich im Griff: Bluthochdruck“ als Buch

Die kompletten Informationen zu diesem Thema sind auch als Buch erschienen. Es ist als Softcover und als E-Book erhältlich.