Das Sparbuch – Lieb Gewonnenes auf dem Prüfstand

Das Sparbuch ist immer noch der Deutschen liebste Geldanlage. Doch es bringt so wenig Zinsen, das man real Geld verliert. Zeit, über Alternativen nachzudenken.

„Du bist ja mutig!“ Ich sah meine Freundin erstaunt an. Gerade hatte ich ihr von der guten Rendite erzählt, die ich mit meiner Geldanlage erwirtschaftet hatte. Darauf wollte ich mit ihr anstoßen. Sie nippte an ihrem Glas.
„Ich bin eher der Sicherheits-Typ“, meinte sie. „Ich habe noch mein Sparbuch. Alles andere ist mir zu riskant.“
Ich war überrascht. Nie hätte ich gedacht, dass ein Sparbuch noch eine Option zur Geldanlage ist. Viele meiner Bekannten haben ein Tagesgeldkonto als sichere Form der Geldanlage. Einige sogar ein Festgeldkonto. Beide erzielen deutlich höhere Renditen als ein Sparbuch.

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„Machen das denn auch andere Freunde von dir so?“ fragte ich vorsichtig.
Sie nickte. „Ja, ganz viele. Ich habe mal gelesen, dass noch die Hälfte aller Deutschen ein Sparbuch besitzt.“

Sparbuch aus Tradition

Das hätte ich nie vermutet. Ich war verblüfft. Bestimmt lag einer der Gründe darin, dass wir alle mit dem Sparbuch groß geworden sind. Schon als Kinder legten die Großeltern eines für uns an, auf das sie immer mal wieder einzahlten. Auch unser Erspartes aus dem Schwein schleppten wir zur Bank und ließen es brav in das kleine Büchlein eintragen. Es sollte ein bisschen Startkapital für später sein, für den Führerschein oder die erste Wohnung. Mit Stolz beobachteten wir, wie unser kleines Vermögen wuchs.

Zinsen unterhalb der Inflationsrate

Heute hingegen, in Zeiten magerer Zinsen, ist ein Sparbuch purer Luxus. Mit Sparzinsen, die niedriger sind als die Inflationsrate, ergibt sich unter dem Strich sogar ein Minus. Außerdem ist es wenig flexibel. Maximal 2.000 € kann man im Monat abheben. Braucht man mehr, muss man das Konto kündigen und 3 Monate warten. Ansonsten fallen Vorschusszinsen an. Auch die Kontoführung ist noch wie zu Großmutters Zeiten. Geld gibt es nur, wenn die Bank offen hat. Außerdem kann man nur bar einzahlen. Einfach aufs Sparbuch überweisen geht nicht. Und mit der Sicherheit ist das auch so eine Sache …

Sicherheit genau prüfen

„Findest du dein Sparbuch wirklich sicher?“, hakte ich nach.
„Ja, klar, wieso nicht? Es gibt zwar wenig Zinsen, aber dafür feste. Außerdem bürgt die Bank für mein Geld. Da bin ich auf der sicheren Seite.“
Sie sah mich mit überzeugtem Gesichtsausdruck an.
„Das stimmt. Aber ich meine etwas anderes. Was ist beispielsweise, wenn es dir mal gestohlen wird oder du es verlierst?“
So einfach wollte ich sie nicht vom Haken lassen. „Dann kann jeder einfach Geld von deinem Konto abholen. Ich weiß noch, dass man mir früher auf der Bank immer sofort Geld ausgezahlt hat, wenn ich mein Sparbuch vorlegte. Niemand fragte nach einem Ausweis. Oder ist das heute anders?“
„Nein, das ist immer noch so.“ Ich sah, dass ihr erste Zweifel kamen.
„Das muss die Bank auch nicht“, beruhigte ich sie. „Das Sparbuch ist ein Inhaberpapier. Der Bankangestellte ist also berechtigt, Geld direkt an den Vorleger auszuzahlen. Das bedeutet im Umkehrschluss jedoch auch, dass jeder, der dein Sparbuch in die Hände bekommt, damit Geld von deinem Konto abheben kann. Das würde ich nicht gerade sicher nennen.“

Gute Rendite sichern

„Was würdest du mir denn empfehlen?“ Sie sah mich hoffnungsvoll an.
Eine gute und richtige Frage.
„Eine halbe Stunde mit mir vor dem Computer“, schlug ich vor. „Dann gehen wir mal in ein Portal, das dir viele Möglichkeiten aufzeigt. Es gibt eine Menge sicherer und guter Alternativen zum Sparbuch. Außerdem bekommst du eine bessere Rendite. Momentan zahlst du bei deinem Sparbuch drauf. Es deckt nicht mal die Inflationsrate. Wollen wir das gleich mal machen?“
Ich hob mein Glas.
„Auf jeden Fall!“ Sie stieß mit mir an. „Dann bin ich vielleicht beim nächsten Mal diejenige, die den Wein ausgibt.“ Sie zwinkerte mir zu.