Bluthochdruck erkennen und verstehen

Um Hypertonie erfolgreich zu behandeln, ist zunächst einmal wichtig, wie man Bluthochdruck erkennen kann. Typische Symptome gibt es kaum – aber Messgeräte.

Diagnose: Hypertonie

Aktuellen Statistiken zufolge sind in Deutschland etwa 35 Millionen Menschen an Bluthochdruck erkrankt. Tendenz steigend. Die Diagnose Hypertonie, so der medizinische Begriff für Bluthochdruck, stellt in der Regel der Hausarzt. In den meisten Fällen wird die Krankheit eher zufällig entdeckt, bei einer Routineuntersuchung oder bei anderen Erkrankungen wie einem grippalen Infekt. Nur die wenigsten Menschen konsultieren den Arzt bei dem Anfangsverdacht Bluthochdruck.

Das mag zunächst einmal überraschen. Schließlich kann der Blutdruck leicht schnell zu Hause gemessen werden. Und geeignete Messgeräte gibt es bereits für unter 20 Euro.

Traurige Tatsache aber ist, dass nur die wenigsten Menschen in Deutschland ihren Blutdruck kennen oder regelmäßig messen. Außerhalb der Sprechzimmer bilden Blutdruckmessungen nach wie vor eher die Ausnahme.

Bei näherer Betrachtung ist dieses Verhalten jedoch kaum verwunderlich, vielleicht sogar nachvollziehbar. Bluthochdruck tut nicht weh. Im Gegenteil. Betroffene fühlen sich meist pudelwohl. Hypertoniker merken – wenn überhaupt – oft nur unter körperlicher Anstrengung, dass etwas nicht stimmen könnte.

Bluthochdruck erkennen anhand von Symptomen?

Bluthochdruck erkennen ist schwierig. Typische Symptome für Bluthochdruck gibt es nur wenige. Darüber hinaus stellen sich durch Bluthochdruck bedingte Beschwerden in der Regel erst spät ein. Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen oder auch Nasenbluten oder ein sonderbares Kribbeln könnten schließlich auch andere Ursachen haben. Gleiches gilt bei Atemnot oder verstärktem Schwitzen. Tatsächlich sind diese Symptome eher unspezifisch. Genau das ist aber riskant und macht die Krankheit Bluthochdruck so gefährlich.

Nach der ärztlichen Diagnose Hypertonie müssen Betroffene ihren Blutdruck senken. Denn Bluthochdruck bedeutet auch immer große Risiken für das ganze Herz-Kreislaufsystem. Insbesondere mit Bluthochdruck einhergehende schwere Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall sind potenziell lebensbedrohlich. Aber auch nicht unmittelbar lebensbedrohliche Krankheiten wie Arteriosklerose sowie Schädigungen des Herzmuskels und Erkrankungen der Nieren und Augen zählen zu den möglichen Folgen von Bluthochdruck.

Bei diesen enormen Risiken für die Gesundheit mag es überraschen, dass viele Betroffene ihre Krankheit Hypertonie auf die leichte Schulter nehmen. Nicht wenige Patienten nehmen Medikamente nicht regelmäßig ein oder setzen sie sogar ohne Rücksprache mit dem Arzt wieder ab. Das mag daran liegen, dass die Krankheit als leicht behandelbar eingeschätzt wird. Weitere Gründe könnten aber auch sein, dass viele Betroffene weder die Risiken von Bluthochdruck erkennen, noch ihre aktuellen Blutdruckwerte kennen.

Bluthochdruck erkennen – oder auch nicht

Für alles gibt es Statistiken. Sie sollen aufzeigen, dokumentieren und informieren, manchmal auch aufschrecken oder wachrütteln.

Auch und gerade für Krankheiten und Leiden gibt es Statistiken. Dabei werden Leiden, die statistisch Top-Plätze belegen, gern auch als Volkskrankheiten bezeichnet. Bluthochdruck – oder medizinisch ausgedrückt Hypertonie – steht ganz oben auf dieser Liste.

Ich könnte Ihnen jetzt Statistiken aufzählen, die genau belegen, wie dramatisch die Situation hinsichtlich Bluthochdruck ist. Dass jedes Jahr zehntausende Menschen allein in Deutschland an den Folgen eines zu hohen Blutdrucks sterben. Oder dass mittlerweile bereits jeder zweite Deutsche ab 40 schätzungsweise erhöhten Blutdruck hat. Ich könnte auch vermuten – und vieles spricht dafür – dass die Dunkelziffer noch höher liegt.

Doch was würden diese Informationen und Statistiken nützen? Wussten Sie dieses nicht ohnehin schon längst? Haben Sie in den Medien oder im Internet nicht schon mal darüber gelesen? Ja, vielleicht hat sogar Ihr Hausarzt schon warnend den Zeigefinger gehoben.

Das Problem liegt also nicht etwa darin begründet, dass wir unwissend sind. Wir alle wissen oder sollten zumindest wissen, dass unbehandelter Bluthochdruck oder nicht richtig eingestellter eine tickende Zeitbombe ist!

Bluthochdruck – Deutschland leidet still

Hand aufs Herz, wer ahnt, dass er Bluthochdruck haben könnte, bevor ihn der Arzt mit dieser Diagnose konfrontiert? Ehrlich? Wohl kaum jemand.

Genau darin liegt das Problem. Bluthochdruck verursacht anfangs keine Schmerzen. Als sogenannter „stiller Mörder“ (engl: „silent killer“) machen sich die Folgen eines jahrelangen unentdeckten und nicht behandelten Bluthochdrucks erst dann bemerkbar, wenn es (fast) schon zu spät ist.

Meist fühlt man sich mit zu hohem Blutdruck nämlich pudelwohl, zumindest in normalen Situationen. Nur die wenigsten Menschen können Bluthochdruck erkennen anhand von Symptomen. Schätzungsweise ein Drittel aller Deutschen wissen schlichtweg nicht, dass sie einen zu hohen Blutdruck haben. So leben sie damit und leiden still.

Viele davon sind Männer. Bluthochdruck gilt auch heute immer noch als unmännlich. Unabhängig vom Geschlecht haben viele Menschen verlernt, in den eigenen Körper hineinzuhören. Diese Taubheit für die Stimme des eigenen Körpers ist oft auch hauptverantwortlich dafür, dass wir Krankheiten „aussitzen“ wollen. Oftmals wollen wir Probleme so lange nicht wahrnehmen, bis wir sie nicht mehr ignorieren können. Doch dann sind die Risiken für ernste Krankheiten schon extrem hoch. Oft ist das Kind dann schon in den Brunnen gefallen. Spätestens nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall denkt man darüber nach, wie man Bluthochdruck hätte vermeiden können.

„Endlich im Griff: Bluthochdruck“ als Buch

Die kompletten Informationen zu diesem Thema sind auch als Buch erschienen. Es ist als Softcover und als E-Book erhältlich.