Blutdruckmessung: So macht man es richtig

Eine Blutdruckmessung geht schnell und erfordert keine medizinischen Kenntnisse. Dennoch messen viel zu wenig Menschen regelmäßig ihren Blutdruck.

Blutdruckmessung nur für Ältere?

Beharrlich hält sich das Vorurteil, dass nur Senioren oder Risikopatienten an Bluthochdruck erkranken können. Folglich sollte auch nur diese Gruppe daher regelmäßig messen. Das ist aber ebenso falsch wie fatal. Gerade weil es sich um eine gleichermaßen einfache wie risikolose Untersuchung handelt, sollten Menschen aller Altersschichten ihren Blutdruck regelmäßig messen und kennen.

Das gilt auch für Kinder. Leider haben sich in den letzten Jahren auch bei Kindern die Fälle von Bluthochdruck gesteigert. Allerdings ist eine korrekte Blutdruckmessung besonders für kleinere Kinder nur mit Unterstützung durch Erwachsene zu empfehlen. Unsachgemäße Bedienung kann nicht nur zu Beschädigungen des Gerätes, sondern auch zu Messfehlern oder gar zu Verletzungen führen.

Blutdruckmessung, aber richtig

Bei der Blutdruckmessung messen Sie den Druck in den Haupt-Arterien der Arme. Da dieser aber nicht immer in gleicher Stärke anliegt, sondern je nach Zustand des Herzmuskels schwankt, wird ein oberer und ein unterer Wert angegeben. Den systolischen Wert messen Sie, wenn sich das Herz gerade zusammenzieht und das Blut in die Gefäße gedrückt wird. Den diastolischen Wert ermitteln Sie folglich in der sich anschließenden Ruhephase. Er ist nicht weniger wichtig, da er auf permanenten Druck des Systems und auf die Elastizität der Gefäße schließen lässt.

Die Durchführung der Blutdruckmessung erfolgt dabei meist nach einer Methode, die bereits im Jahre 1896 erstmals von dem italienischen Arzt Riva-Rocci angewendet wurde. Angezeigt wurden die Werte anhand einer Quecksilbersäule (chemisch: Hg), weshalb noch heute mmHg, also Millimeter Quecksilbersäule als Maßeinheit gilt.

Zur Blutdruckmessung wird eine aufblasbare Manschette an den Oberarm angelegt, bei einfacheren Geräten auch am Handgelenk. Bei beiden Messgeräten sollten Sie darauf achten, dass sich das Gerät auf Höhe des Herzens befindet. Anschließend wird die Manschette aufgepumpt, bis der Blutstrom unterbrochen wird. Dieses erzeugt bei einigen Menschen ein unangenehmes Gefühl, das allerdings schnell wieder vergeht, denn das Ganze dauert in der Regel nur wenige Sekunden.

Die Messung selbst erfolgt meist elektronisch. Viele Ärzte aber verlassen sich auch heute noch auf eine mechanische Messung über das Ablesen das Drucks auf dem Manometer der Blutdruckmanschette und Abhören der Herzschläge mittels eines Stethoskops.

Einflüsse auf die Blutdruckmessung

Die Messung erfolgt im Ruhezustand. Es sollten also nicht kurz zuvor noch große körperliche Anstrengungen unternommen werden. Des Weiteren können natürlich auch koffeinhaltige Genussmittel wie Kaffee, Tee, Cola oder auch Energy Drinks oder psychische Aspekte wie Stress und starke Emotionen großen Einfluss auf den Blutdruck haben. Darüber hinaus kann es auch sein, dass der Blutdruck nicht in beiden Armen gleich ist. In diesem Fall sollten Sie den Arm mit dem höheren Druck für eine Messung verwenden.

Auch eine zu volle Blase, Husten, Lachen oder Sprechen kann einen Einfluss auf die Blutdruckmessung haben. Darüber hinaus sollte die Manschette passen. Zu dicke Handgelenke oder zu starke Oberarme zum Beispiel bei Bodybuildern können zudem ggf. zu hohe Blutdruckwerte anzeigen, da die Manschette nicht ausreichend aufgepumpt werden kann.

Darüber hinaus kann es vorkommen, das selbst zwei kurz aufeinander folgende Messungen unter gleichen Bedingungen zu unterschiedlichen Messergebnissen führen können. Das liegt zum einen daran, dass Blutdruckmessgeräte selbst eine gewisse Toleranz aufweisen. Zum anderen ist der Blutdruck von vielen Faktoren abhängig, sodass scheinbar gleiche Bedingungen eben doch nie gleich sind.

Zu guter Letzt sollten Sie sich durch erhöhte Einzelwerte nicht verrückt machen lassen. Ein vermeintlich zu hoher Blutdruck kann am nächsten Tag wieder normal sein. Gleiches gilt auch für die andere Richtung. Messen Sie daher regelmäßig und dokumentieren Sie die Werte.

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