Baufinanzierung auch bei Niedrigzins vergleichen

Mit der größten Finanzentscheidung im Leben, dem Hausbau, starten die Menschen heute später. Gut so. Denn Baufinanzierung und Hausbau sollten gut geplant sein.

Wer heute ein Haus baut, ist im Durchschnitt 38 Jahre alt. Damit ist er deutlich älter als noch der Bauherr vor zehn oder 20 Jahren. Eine gestiegene Lebenserwartung, gesunkene Zinsen und neue Lebensziele sind hierfür die Gründe.

Auch spielt das eigene Lebenskonzept eine wichtige Rolle. Wer auf längere Sicht plant, unabhängig von steigenden Mieten sein möchte und für das Alter vorsorgen will, der baut. Wer hingegen eher auf kurze Sicht agieren will oder muss, ist als Mieter besser dran.

Baufinanzierung mit günstigem Darlehen und Eigenkapital

Hat man sich dafür entschieden, nicht mehr Monat für Monat Miete zu zahlen, sondern lieber in die eigenen vier Wände zu investieren, kann es oft nicht schnell genug gehen. Zudem locken überall günstige Hausbaudarlehen und Niedrigzinsen. Dennoch ist es nicht sinnvoll, gleich das erste Angebot anzunehmen. Vielmehr ist es wichtig, sich Zeit zu nehmen und umfassend zu informieren.

Will man selbst schon vorab aktiv werden, kann man schon einmal sein Eigenkapital prüfen. Denn je höher dieses ist, umso günstiger wird das Baudarlehen. Wenn man beispielsweise 20 Prozent der benötigten Summe zur Baufinanzierung selbst einbringen kann, dann ist das Kreditangebot erheblich attraktiver als ganz ohne Eigenkapital.

jetzt vergleichen

Anbieter auf Zinssatz und Festschreibung prüfen

Anschließend ist es wichtig, die Anbieter zu vergleichen. Die wichtigsten Kriterien sind der Zinssatz und die Dauer, über die dieser festgeschrieben ist. Gerade in Zeiten niedriger Zinsen lohnt es sich, den Zinssatz auf längere Zeit festzulegen. Denn ein Unterschied von nur 0,1 Prozent kann über Jahre zu einem erheblichen Unterschied bei den Rückzahlungen führen.

Abhängig vom Einstiegsalter sollte auch die Zeitspanne gewählt werden, in der der Kredit zurückgezahlt wird. Experten sind sich einig, dass eine Immobilie bis zum Rentenbeginn abbezahlt sein sollte, damit es später nicht zu finanziellen Schwierigkeiten kommt.

Sondertilgungen und Fördermittel für die Baufinanzierung

Eine interessante Komponente ist auch, im Darlehensvertrag die Möglichkeit von Sondertilgungen mit abzuschließen. Wenn es finanziell während der Rückzahlung gut läuft, kann man durch Sonderzahlungen den Kredit schneller tilgen.

Darüber hinaus bietet der Staat auch Fördermittel zur Baufinanzierung an. Hierbei ist es wichtig, rechtzeitig seinen Antrag einzureichen. Denn die Bearbeitung braucht meist etwas Zeit.

Hat man dann einen passenden Kreditgeber gefunden, müssen diesem eine Reihe von Dokumenten vorgelegt werden. Dazu gehören beispielsweise eine Beschreibung des Baus und der Kosten sowie ein Nachweis über die vorhandenen Eigenmittel.

Versicherungen vor, während und nach dem Hausbau

Zur Absicherung der Baufinanzierung verlangt der Geldgeber den Abschluss einer Versicherung, falls es während des Hausbaus zu einem Schaden kommt. Hierfür ist eine Bauherrenhaftpflichtversicherung sinnvoll. Ihre Kosten belaufen sich in der Regel auf ein Tausendstel der Bausumme.

Wenn ein Großteil der Kreditsumme von nur einem Verdiener abhängt, ist es sinnvoll, für diesen eine Risikolebens– und Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Beide bewahren bei schwerer Erkrankung oder Tod die Familie oder den Partner davor, in ein finanzielles Loch zu fallen.

Irgendwann ist es dann endlich so weit. Die eigenen vier Wände sind fertig, der Umzug steht kurz bevor. Jetzt sollte man sich um eine Wohngebäudeversicherung kümmern. Sie deckt im Ernstfall alle Schäden, die durch Brand, Explosion, Frost, Leitungswasser, Rohrbruch, Sturm oder Hagel entstehen.

Dann noch an die Neubewertung der Haftpflicht– und Hausratversicherung denken – schließlich hat man viel in das Haus investiert.

Nun ist alles geschafft und dem Glück im eigenen Heim steht nichts mehr im Wege.